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Konflikte zwischen Datendomänen

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Data Governance Board oder Chief Data Officer, wer entscheidet bei Konflikten zwischen Datendomänen

Data Governance Board, das Gremium für den Einzelfall

Sobald mehrere Datendomänen und mehrere Data Owner aufeinandertreffen, braucht es eine Instanz, die bereichsübergreifende Konflikte klärt. Diese Funktion übernimmt üblicherweise ein Data Governance Board oder Council, ein Gremium aus Führungskräften unterschiedlicher Funktionen, oft mit Beteiligung aus IT, Recht und Compliance. Es entscheidet fallweise, etwa wenn Marketing und Einkauf unterschiedliche Anforderungen an dieselben Produktdaten stellen, legt unternehmensweite Richtlinien fest und beaufsichtigt laufende Governance-Initiativen. Für viele Mittelständler ist ein solches Gremium der Punkt, an dem Data Governance erstmals als eigenes Thema sichtbar wird, statt nebenbei im PIM-Team mitzulaufen.

Chief Data Officer, die durchgehende Verantwortung

Der Chief Data Officer trägt dagegen keine fallweise, sondern eine durchgehende, unternehmensweite Verantwortung für Daten als strategisches Gut. Anders als der Data Owner, der für eine einzelne Domäne zuständig ist, blickt der Chief Data Officer über alle Datenbereiche hinweg und verantwortet zunehmend auch, wie gut die Datenbasis eines Unternehmens für den Einsatz von KI-Systemen vorbereitet ist. Größere Unternehmen etablieren diese Position zunehmend als eigene Führungsrolle, im Mittelstand übernehmen oft CIOs oder Geschäftsführer vergleichbare Aufgaben mit, ohne eigenen Titel. Wichtig ist weniger der Titel als die Frage, ob jemand im Unternehmen tatsächlich die Befugnis und den Überblick hat, Governance-Konflikte zwischen Domänen zu entscheiden, sei es als Gremium oder als Einzelperson.

SDZeCOM Perspektive

Für die Praxis lohnt sich weniger die Frage, welchen Titel man vergibt, als eine ehrliche Prüfung, was bei einem konkreten Konflikt tatsächlich passiert. Wenn Marketing und Einkauf morgen unterschiedliche Anforderungen an dasselbe Produktattribut stellen, gibt es bei euch eine Person oder ein Gremium, das das entscheiden kann, oder verläuft sich der Konflikt in informellen Abstimmungsschleifen, weil niemand offiziell dafür zuständig ist?

Gerade weil Anbieter wie Semarchy Governance-Rollen jetzt direkt in ihre Systeme einbauen, wird eine unklare Antwort auf diese Frage sichtbarer als früher. Ein System, das Zugriffsrechte und Freigabestatus an die Daten koppelt, braucht auf der anderen Seite eine reale Instanz, die diese Rechte vergibt und im Streitfall entscheidet, sonst bildet die Software eine Klarheit ab, die es in der Organisation dahinter noch gar nicht gibt.


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Autor

Ralf Jung
SDZeCOM GmbH & Co. KG – Customer Success Manager

Tel.: +49 7361 594-569
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